Abre Alas

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Rezension auf Musenblaetter.de: "Hier feiern die ganz Großen des Bossa Nova ein seelenvolles, fröhliches Revival: zu verdanken ist es Ulla Haesen, der wohl besten deutschen Bossa-Musikerin der letzten Jahrzehnte..."

Bossa Nova und Ulla Haesen – das ist eine unwiderstehliche Kombination. Mit Ihrer dritten CD „Abre Alas“ beweist die Sängerin und Gitarristin, dass sie mehr ist als nur eine Interpretin der brasilianischen Musik. Ulla Haesen wird eins mit den schwebenden, pulsartigen Rhythmen und tiefsinnigen Texte und verleiht ihnen neues, eigenständiges Leben.

Auf den ersten Blick mag es absurd erscheinen, dass eine Deutsch-Finnin mittlerweile zu den authentischsten Interpreten der brasilianischen Musik gehört. Mit Fleiß, Willenstärke einer tiefen Liebe zur Musik hat sie sich einen ganz persönlichen Zugang zu den verschiedenen Spielarten des Bossas erschlossen. Damit weckt sie bei Publikum und Profis gleichermaßen Begeisterung.

Ihre CD „Beleza“, die sie vor zwei Jahren auf den Markt brachte, wurde von der Fachpresse hochgelobt. In ihrer neuen Veröffentlichung “Abre Alas“ hat sie viele verborgene musikalische Schätze von hierzulande unbekannten Komponisten ans Tageslicht geholt. Da sind Werke von Ivan Lins und Ary Barroso genauso zu hören, wie Stücke von Joyce Moreno und Joao Luis Nogeira.

Ulla Haesen ist eine ruhige Frau, der kaum anzumerken ist, wieviel Stärke sie besitzt. Bescheiden, fast ein wenig schüchtern wirkt sie im Gespräch. Sie braucht nicht, wie so viele Sängerinnen, die musikalische Potenz einer begnadeten Band, um sich in ihren Part tragen zu lassen. Sie bestimmt das musikalische Geschehen mit erfahrener Sicherheit und vereint die Talente der Mitmusiker zu einem großen Ganzen.

Ulla Haesen ist ihre Musik. Ob auf der Bühne oder im Studio, sie entfacht das rhythmische Feuer, dem sich ihre virtuosen Mitstreiter kongenial anschließen. „Es kommt der Moment, wo Du alles loslässt und auf einer Wolke sitzt“, schwärmt sie vom Ergebnis. Bestens eingespielt zeigt sich die Rhythmusgruppe, die von den Bassisten Decebal Badila, Franco Petrocca und Wilhelm Geschwind sowie den Percussionisten Bodek Janke und Jorge Brasil gebildet wird. Der begnadete Keyboarder Jesse Milliner entwirft mit Haesen das harmonische Geflecht. Außerdem steuerten Gabriel Perez an Flöte und Saxophon, Max de Aloe mit der chromatischen Harmonica, Luciano Biondini am Akkordeon und der Gitarrist Lorenzo Petrocca ihre solistischen Fähigkeiten bei.

„Abre Alas“ ist ein reines Studioalbum, das in dem Zeitraum von mehr als einem Jahr erstellt wurde. Über das Fundament von Ulla Haesens stimmlichen und gitarristischen Vorgaben gestalteten die Musiker ein Gebäude, in dem die Kunst des Bossa Novas zu neuen Höhen erwächst. Nicht zuletzt ist das Klaus Genuit zu verdanken, ohne Zweifel einer der besten Tonmeister überhaupt, dessen Künste bereits mit mehreren Grammy Awards ausgezeichnet wurden. „Er ist mein Mentor, er hatte großen Einfluss auf das Projekt“, sagt Haesen über ihn.

Ulla Haesen 4-tet feat. Lorenzo Petrocca before Concert at Klavierhaus Klavins Bonn June 19th 2015
feat. Lorenzo Petrocca (g), Jorge Brasil (percussion), Wilhelm Geschwind (b), Ulla Haesen (vocals & guitar)

„Abre Alas“, öffne die Flügel, so lautet der Titel eines Stückes des großartigen Ivan Lins, das Ulla Haesen als Titel für ihr neues Studioprojekt gewählt hat. „Denn je mehr Du Dich mit dieser Musik beschäftigst, desto mehr öffnet sie sich“, resümiert Ulla Haesen. Und so gleitet der Hörer mit offenen Flügeln in die musikalische Welt der Ulla Haesen. „Abre Alas“, das ist gelebter Bossa Nova.

„Abre Alas“ ist erhältlich bei: amazon.de jpc

beleza!

CD Cover beleza!

Wer Brasilien mit sonnigen Stränden, Karneval und nie endender Lebensfreude gleichsetzt, hat wenig von dem verstanden, was die Menschen am Zuckerhut wirklich umtreibt. Denn die Lebensfreude, die in der funkensprühenden Samba zum Ausdruck kommt, besitzt auch eine melancholische Seite, eine Musik, die von nicht so lichten Momenten des Lebens berichtet, der Sehnsucht und Traurigkeit, der Melancholie – den Bossa Nova.

Gitarristin und Sängerin Ulla Haesen hat diese einzigartig sinnliche Musik von den Menschen gelernt, die sie am besten beherrschen – von Brasilianern. Sie ließ sich von dem Gitarristen João Luis Nogueira in die Geheimnisse der Rhythmik und des Grooves einführen.

Und so war es auch eine logische Folge, dass die Band, mit der Ulla Haesen nun unterwegs ist, aus Brasilianern besteht, ein jeder ein Meister des Fachs, das Bossa oder Samba heißt. Die Studioaufnahme erfolgte außerdem mit der Beteiligung hervorragender Gastmusiker aus Deutschland, Italien und Argentinien: Jesse Milliner, Peter Materna, Lorenzo Petrocca und Gabriel Perez. Auf „beleza!“ ist ein ganz ursprünglicher Bossa zu hören, der sich auf die klassischen Interpreten Gilberto und Jobim bezieht.

Aus Ulla Haesens Musik spricht die Seele Brasiliens, und so ist „beleza!“ ein sinnliches Fest der zarten, zerbrechlichen Schönheit, die sich oft hinter der lauten, bunten Fröhlichkeit verbirgt.
(Stephan Everling)

Beleza – Portuguese for beauty – is the name of Ulla Haesen’ s second recording. Framed by Ulla’s lilting voice and gentle guitar style, „beleza!“ returns us to a time when the word “beauty” meant something more than glistening surfaces, polished dreams, and empty promises. With her contemporary arrangements, tender interpretations, and pulsing rhythms, Ulla Haesen turns in a performance that is honest, ethereal, and sincere – with colors and movement reminiscent of rippled blue water on an otherwise placid lake. „beleza!“ restores a sense of beauty; it brings back memories of a plunge into cool water on a steamy summer day.

Sometimes beauty lies in the discovery of one’s passion. Ulla has long been fascinated with the magic of Bossa Nova. Her first album, „Love, Tears, and Joy“ (2010), captured her love for the genre and enticed her to create „beleza!“ – a spiritual journey through a lush Brazilian sound-scape.

Ulla’s initial analysis of Brazilian music led her to guitarist João Luis Nogueira, a master of Bossa Nova rhythms and grooves. Here is where Ulla discovered the soul of the music, along with its delicate beauty and irresistible and hypnotic allure. She surrounded herself with respected and strong-willed Brazilian musicians, and, immersed in the authenticity of their artistic know-how, opened her heart to everything they had to teach her. Ulla went back to the origins of popular Bossa Nova – Getz-Gilberto, the legendary album influenced by the cool jazz scene in New York City, and Astrud Gilberto, who breathed her lyrics almost more than she sang them.
Ulla selected Brazilian, German, Italian and Argentinean musicians to record „beleza!“ – André Alcantara de Cayres, João Luis Nogueira, Sinvaldo Vieira da Matta, Jesse Milliner, Peter Materna, Lorenzo Petrocca and Gabriel Pérez  illuminate this album with their elegant support of Ulla’s voice and guitar.

Ulla specializes in velvet-lined interpretations of songs that are tinged with shades of sapphire and silver – liquid patches of life that invite the listener to skim the music’s shiny surface with the toss of a smooth stone or dive deep down into mysterious depths.  While still maintaining her European roots, Ulla Haesen has glided – with élan and grace – into a niche that celebrates the fragility of perfection. „beleza!“ presents Bossa Nova in its most powerful form. It’s pure beauty.
Robin Meloy Goldsby (Author of „Piano Girl“ and „Waltz of the Asparagus People“)

Love, Tears & Joy

„Die Songauswahl und Produktion von „Love, Tears & Joy“ strahlen
eine selten gekannte musikalische Offenheit aus. Ulla Haesen
gelingt es, ohne sich im Ausdruck auch nur ansatzweise
verbiegen zu müssen, die unterschiedlichsten
Musikstile in einen vom Bossa Nova inspirierten
Flirt miteinander zu verstricken.“

(Popup Records)

Postcard from Brazil

Ulla Haesen „Love, Tears & Joy“ von Frank Becker

Ein feiner Hauch Brasilien

Spröde, mit einer gewissen Anmutung der brasilianischen Bossa Nova-Ikone Astrud Gilberto präsentiert die Kölnerin Ulla Haesen auf ihrem ersten Album "Love, Tears & Joy" (eine Verneigung vor Blood Sweat & Tears) zehn großartige Stücke aus der Pop- und Rock-Geschichte, darunter alleine fünf von Antonio Carlos Jobim, dessen Musik ihr besonders am Herzen liegt. In den ideenreichen Arrangements von Ralph Herrnkind sind zudem Pop-Klassiker von David Clayton-Thomas (Spinning Wheel - siehe oben: Blood Sweat & Tears), Ray Charles (Unchain My Heart), Cheb Khaled (Aïcha/Aisha) und Michel Berger (Elle elle l´a - durch France Gall zum Standard geworden) ins Album aufgenommen. Ulla Haesen beherrscht federleicht sowohl das brasilianische Portugiesisch in seiner eleganten Bossa Nova-Ausprägung wie auch den französischen Chanson-Tonfall.

Haupt- und Herzenssache sind aber die Jobim-Titel, die Ulla Haesens großes Einfühlungsvermögen in dieses seelenvolle Genre belegen. Nicht ohne Grund habe ich sie eingangs mit Astrud Gilberto verglichen. Das feine Vibrieren der Stimme, die seelenvolle Tiefe ihres leicht spröden Vortrags und die Eleganz der Ausführung verschmelzen vor dem Hintergrund der ausgesucht stimmigen Instrumentation zu zartem Genuß. Nun hat Ulla Haesen auch ein paar hervorragende Begleiter ins Boot genommen. Peter Fesslers (...) Bearbeitung von "Postcard From Brazil" ist ein grandioser Opener, Jobims "Eu sei que eu vou te amar" mit dem butterweichen E-Bass von Andy Duero und der dezenten Percussion von Angela Frontera geht wie Honig ins Ohr, das fröhlich beschwingte "Chega de saudade" mit Peter Heidl an der Querflöte macht so richtig gute Laune und läßt tänzerisch die Sonne Brasiliens am deutschen Winterhimmel strahlen. So swingend habe ich "Spinnig Wheel" seit der Version von Sammy Davis jr. nicht mehr gehört - macht Spaß.

France Gall feiert mit Ulla Haesen fröhliche Urständ´, und Ray Charles wäre gewiß nicht beleidigt, hörte er die weich-rhythmische Fassung seines doch eigentlich dramatischen "Unchain My Heart". Mit "A felicidade" (glasklar Jesse Milliners Keys) und "O morro não tem vez" spinnt das Album den brasilianischen Faden fort, bis (nach leider nur einer guten halben Stunde) zum zauberhaften Rausschmeißer "Brigas nunc mais", bei dem Peter Fessler sanft an der Posaune brilliert. Schon mal vorbestellen, das Album erscheint offiziell am 24. Januar.